Gespenster Gedicht (2001)

9. Februar 2008

[Und weil das hier so schön geht, schieb ich gleich das zweite Werk hinterher. Das Gedicht stammt von Astrid, die Bilder wieder von mir. Und alles ist viel zu kurz, wie mein Sohn damals erbost bemerkte.]

Der Löwe Leonhardt (2000)

9. Februar 2008

[Ein paar Jahre habe ich für meinen Fernsohn zum Geburtstag und zu Weihnachten Bilderbücher gemacht. Dieses hier ist das Erste aus dem Jahre 2000. Da war der Sohn fünf .]

Es war einmal… Tja, so fangen alle Geschichten an. Was war denn einmal? Hmm… Es war einmal ein Apfel. Nein, kein Apfel. Ein Apfel ist süß und rotbackig und irgendjemand wird kommen und ihn essen und dann ist die Geschichte schon wieder aus. Das geht nicht.

Besser: Es war einmal ein Fisch. Ein lustiger bunter Tiefseefisch der weit unten im Meer lebt. Nein auch nicht gut. So weit unten im Meer ist es dunkel und kalt und ehe man sich versieht ist der Fisch weggeschwommen und wir wissen nicht mehr von was wir erzählen sollen. Und das ganze Wasser würde das Buch nass machen. Nein, ich habe noch eine bessere Idee.

So war einmal ein kleiner Junge. Ein kleiner Junge mit braunen Haaren, so etwa fünf Jahre alt, also ziemlich genau so alt wie Du jetzt bist. Die liebste Beschäftigung des Jungen war malen. Damit verbrachte er immer einen großen Teil des Tages. Aber wo soll der Junge wohnen? In einer Höhle, in einem Baumhaus, in einer Kiste? Oder in einem Hochhaus in einer großen Stadt?

Nein, der Junge wohnte in einem Wohnmobil! Er fuhr nämlich sehr gerne durch das Land und sah sich Bäume, Sträucher und Wiesen an. Und abends saß er in seinem Wohnmobil und malte wunderschöne große Bilder. Von Rittern und von Räubern, von Gespenstern und Schnecken. Eines Abends hörte der Junge Geräusche und Schritte vor seinem Wohnmobil. Da wurde ihm etwas unheimlich und er ging schnell schlafen. Oben, über dem Fahrerhaus. Weil es da besonders kuschelig ist.

Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und der kleine Junge saß am Tisch und frühstückte. Da klopfte es an der Tür. Der Junge machte die Tür auf. Vor der Tür saß ein Löwe im Gras.

Der Junge erschrak natürlich zuerst etwas. Wer vermutet schon einen Löwen, wenn es an der Tür klopft? Aber der Löwe sah nicht gefährlich aus. Und außerdem war er blau.

»Hallo«, sagte der Löwe, »bist du der Jonas?«

»Ja«, sagte der Junge, »Ich bin der Jonas.«

»Mein Name ist Leonhardt.« sagte der Löwe.

Und so kramte er in seinem Wohnmobil bis er einen großen Eimer mit Farbe gefunden hatte. Er schnappte sich einen großen Pinsel und fing an den Löwen Leonhardt von Kopf bis Fuß anzustreichen. Als er fertig war, war von dem Blau nichts mehr zu sehen.

»Oh!« sagte Leonhardt, »das ist fein. Vielen Dank!« Und der Löwe verabschiedete sich und ging seines Weges.

»Hmm« dachte sich Jonas, »aber gelächelt hat er nicht. Ob das eine gute Idee war mit der Farbe?«

In der Nacht kam ein großes Gewitter und es regnete viel. Jonas lag warm und trocken in dem Wohnmobil und freute sich über die Schatten die die Blitze an die Wand warfen.

»Der Schatten schaut aus wie eine Löwenmähne.« dachte Jonas. Und dann war er eingeschlafen.

Am nächsten Morgen lag ein unglücklicher und vor allem wieder blauer Löwe Leonhardt vor der Tür des Wohnmobils. Der Regen hatte in der Nacht die ganze Farbe abgewaschen! Der Löwe tat Jonas leid und so lud er ihn ein mit ihm eine Spazierfahrt im Wohnmobil zu unternehmen. Der Löwe freute sich und stieg gerne ein. Und schon fuhren sie los. Weit kamen sie aber nicht, denn der Regen hatte den Boden aufgeweicht und das Wohnmobil blieb stecken. Die Räder drehten durch und der Schlamm spritzte, aber fahren wollte das Auto nicht mehr.

»Ohje!« sagte Jonas, »jetzt müsste uns jemand der sehr stark ist aus dem Schlammloch schieben.«

»Naja« sagte der Löwe, »Ich bin stark. Ich bin doch ein Löwe. Und Löwen sind so stark, dass sie auch ein Wohnmobil aus dem Schlamm schieben können.«

»In echt?« fragte Jonas.

Gesagt getan. Der Löwe Leonhardt stieg aus und mit einem kräftigen »Hau-Ruck!« schob er das Wohnmobil aus dem Loch. Das war eine Freude! So konnten Jonas und Leonhardt doch noch ihren Ausflug machen.

Als sie abends wieder zurück kamen, musste der Löwe Leonhardt vor dem Wohnmobil warten, während Jonas drinnen klapperte und rumpelte. Eine Überraschung für den Löwen hatte er angekündigt. Der Löwe war sehr gespannt. Da ging auf einmal mit einem „Traraa!“ die Tür auf und Jonas kam mit einer großen Torte aus dem Wohnmobil geschritten.

»Die ist für Dich.« sagte Jonas. »Weil Du mir heute so toll geholfen hast und weil Du ein sehr netter Löwe bist. Lieber Leonhardt, willst Du mein Freund sein?«

Und dann bekam Leonhardt von Jonas einen dicken Kuss auf die Nase. Da fing er an zu grinsen. Das Grinsen wurde immer breiter und breiter.

»Ob ich Dein Freund sein will?« rief er. »Natürlich will ich!«

Und dann lachte Leonhardt und je mehr er lachte um so mehr verlor er seine blaue Farbe. Der Löwe Leonhard war glücklich und glückliche Löwen sind nicht blau. Nach und nach bekam Leonhard seine richtige Farbe wieder. Nur das Bärtchen am Kinn, das blieb blau. Wenn Du einen Löwen mit einem blauen Bärtchen siehst, dann ist das bestimmt Leonhardt.

Jonas und der Löwe umarmten sich und dann gingen sie beide in das Wohnmobil um die Torte zu essen. Tja, dass war ein Geschmatze und Geschmause! Löwen essen nämlich sehr gerne Torte. Und danach machen sie immer einen Verdauungsschlaf.

Werte Leser!

 

Jahrelang hatte ich eine Homepage. Gefüllt mit Kram wie Fotos, Zeichnungen, Bilderbüchern, merkwürdigen Tönen…. Und das Ganze war nicht nur gefüllt wie eine Schuhschachtel unterm Bett, sondern sah auch so aus. Und so dachte ich mir: Sehen wir doch mal zu, dass das Ding eine erträgliche Form bekommt. Und fügen wir ein wenig Interaktivität hinzu. Und modern wollen wir auch sein und so.

Und darum wird aus einer alten Homepage ein brandunaktueller Blog. So nach und nach.

 

Beste Grüße,

Oweh

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